Virnich Anna

wurde in Ber­lin ge­bo­ren und lebt und ar­bei­tet in Ber­lin und Lil­le­ham­mer, Nor­we­gen. 
Sie hat 2008 bis 2014 bei Wal­ter Dahn stu­diert.

Anna Vir­nichs Ar­bei­ten be­die­nen sich eines brei­ten Spek­trums an Ma­te­ri­a­li­en und for­ma­len Be­zü­gen. Im Zen­trum ihrer mul­ti­me­di­a­len Pra­xis ste­hen je­doch tex­ti­le Ta­bleaus. Die Farbe selbst wird durch Tex­ti­li­en er­setzt, so ent­ste­hen Ar­bei­ten die zwi­schen den for­ma­len Pa­ra­me­tern von Ma­le­rei und Skulp­tur os­zil­liert.
Das Prin­zip des Rea­dy­ma­de und des Re­cy­clings durch­zieht ihre Pra­xis; häu­fig tau­chen Ver­satz­stü­cke aus frü­he­ren Ar­bei­ten oder be­reits ver­wen­de­te Tex­ti­li­en als Mo­ti­ve für neue Ta­bleaus auf, Stoff­stü­cke wer­den auf viel­fäl­ti­ge Weise ma­ni­pu­liert. Die­ser oft fe­ti­s­chi­sie­ren­de Um­gang mit Ma­te­ri­a­li­en und eine la­ten­te Prä­senz des Kör­per­li­chen - Schweiß­fle­cken, Nähte, Ge­rü­che, die mal an Mode, mal an Na­r­ben er­in­nern, zähes Leder, ver­schwom­me­ner und leich­ter Ga­ze­stoff - ma­ni­fes­tie­ren sich in Ob­jek­ten, deren for­ma­le Struk­tur von sym­bo­li­scher Exo­tik bis zu streng kal­ku­lier­ter Bild­kon­struk­ti­on reicht und die Auf­merk­sam­keit auf schein­bar ne­ben­säch­li­che De­tails lenkt.

Anna Virnich
©Drei Cologne, Anna Virnich, Bildausschnitt: "New Moon, II, All in Airies", 2025, Photo: Oskar Lee